A Newspaper about postindustrial Melancholia

Auszug aus dem Vorwort von Ralf Neubauer
Bis in die 1970er Jahre hinein war die Textilindustrie in Senones lebendig. Und dann beginnt der Abstieg. Irgendwann in den Neunzigern gibt es nicht einmal mehr Geld, um irgendjemanden den Dachstock der Klosteranlage ausräumen zu lassen, in dem es auch Büros gab: Alles, was nicht ohne Weiteres verwendet werden kann, wird einfach dagelassen. Und so bleiben zahllose alte Geschäftspapiere lieben; Brief- und Durchschlagpapiere sind noch reichlich vorhanden, weiss, rosa und mattblau, ganze Stapel liegen noch in den Holzfächern…

[…] Was ist denn heute noch übrig von den Manufakturen, Compagnien, Etablissements und Aktiengesellschaften? Google Streetview sieht einfach nach; und dann kannst du gleich noch schauen, was an Instagram-Content an den Koordinaten der jeweiligen historischen Stätten hochgeladen wurde. Das haben wir in diesem Buch exemplarisch dokumentiert: Dreiklänge über die Zeiten hinweg, aus denen Geschichten entstehen.